Perle am Chiemseestrand - und die Berge ganz nah!

Zwischen Bergen und Seen - der Chiemgau

Die Landkreise Traunstein und Rosenheim bilden zusammen den Chiemgau, dessen Mittelpunkt der Chiemsee ist.

Der Name leitet sich von dem althochdeutschen Personennamen "Chiemo" ab.
Chiemo, ein alter Adeliger - keiner weiß so genau wer er eigentlich war. Auf jeden Fall muss er eine bedeutende Persönlichkeit bei den Bayuwaren im 5. Jahrhundert gewesen sein.
Nach ihm wurde die Ortschaft Chieming benannt, der Chiemsee und der gesamte Gau.

Am Ende des 8. Jahrhunderts taucht der Name "Chiemgau" erstmals in Urkunden als "Chimigaoe" auf und bezeichnet damals noch ein kleineres Gebiet rund um das Dorf Chieming. Im Laufe der Jahrhunderte dehnte sich das Gebiet des Chiemgaus immer
weiter aus.

Die Eiszeit hat vor etwa 15.000 Jahren den Chiemgau als Voralpen- und Moränenlandschaft geprägt. So ist der Chiemgau eine hügelige Landschaft mit vielen Wiesen-, Wald- und Moorflächen sowie zahlreichen Seen. Die höchsten Berge im Chiemgau erreichen fast
2000 Meter.

Menschliche Spuren lassen sich im Chiemgau schon vor der jüngeren Steinzeit über Bronze- und Hallstattzeit bis zur Eisenzeit finden. Auch danach bleibt er immer Siedlungsland, ob für die Kelten oder die Römer.

Die Römer lassen sich vor allem an der Alz nieder, dem einzigen Abfluss des Chiemsees, und errichteten dort bei Seebruck (römisch: Bedaium) einen Übergang für die Römerstraße von Salzburg nach Augsburg. Der Chiemgau lag damit am Rande der römischen Provinz Noricum, die bis zum Inn reichte und an die sich die Provinz Reatia anschloss.

Geschichtlich spricht man vor allem zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert von den "Chiemgaugrafen" bzw. Grafen im Chiemgau.

Der Chiemgau war lange Zeit sowohl den bayerischen Herzögen als auch den Fürst-erzbischöfen von Salzburg verbunden. Erstere waren die Landesherren, letztere waren kirchliche Macht und oft auch die örtlichen Grundherren. Erst nach der Säkularisation
1803 kam der Chiemgau vollständig in bayerische Hand.

Der Chiemgau ist eine traditionsreiche Kulturlandschaft mit starker ländlich-bäuerlicher Prägung, in der Brauchtum noch lebendig ist. Besonders imposant sind die alljährlichen Georgi- und Leonhardiritte, die Gautrachtenfeste und das Maibaum aufstellen.